Janusz Korczak von Lydia, Julia und Jenny
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Janusz Korczak von Lydia, Julia und Jenny
Pädagogik LK 13.2 15.12.2008
Janusz Korczak
- geb: 1878 in Warschau
- richtiger Name: Henryk Goldsmit
- jüdischer Sohn eines Rechtsanwaltes
- studierte Medizin und praktizierte bis 1911 als Arzt im Kinderkrankenhaus und Militär
- verfasste Kinderbücher und Satiren über die Welt der Erwachsenen, arbeitete zudem beim Rundfunk, leitete eine Versuchsschule und ist Herausgeber einer Kinderzeitung
- änderte den Stellenwert des Kindes zum Subjekt
Entwicklung seines pädagogischen Konzeptes:
- sammelt erste pädagogische Erfahrungen in „Sommerkolonien“
- gibt seine Doppelkarriere auf und nimmt sich Armenvierteln in Warschau an
- 1912 gründet er Waisenhaus „Dom Sierot“ für ca. 100 Kinder
er entwickelt seine „Pädagogik der Achtung“, zusammen mit Stefania Wilczynska
Utopie von einer friedfertigen, klassenlosen Gesellschaft
er realisiert seine Vorstellungen von einer demokratischen Kinderrepublik
- 1919 leitet er ein zweites Waisenhaus „Nasz Dom“ („Unser Haus“)
- Oktober 1940: Zwangsverlegung der Waisenhäuser in ein Warschauer Ghetto durch die Nationalsozialisten
- 1942: alle Kinder und Mitarbeiter der Waisenhäuser, mitsamt Janusz Korczak, werden in dem Vernichtungslager „ Treblinka“ umgebracht
Wichtige Werke:
1914/ 1918 „Wie man ein Kind lieben soll“
1919 „ König Hänschen I.“
1928/ 1931 „Das Recht des Kindes auf Achtung“
„Pädagogik der Achtung“
Das Recht des Kindes auf Achtung
• Korczak sieht Achtung als einen wechselseitigen Prozess an: Wenn Eltern ihr Kind achten und respektieren, übernimmt das Kind, auch andere Menschen zu achten
1.Das Recht des Kindes auf seinen Tod
- man muss Kind leben lassen
-seine Selbständigkeit und Selbstbestimmung muss gefördert werden
-Erfahrungsmöglichkeiten
-eigene Welt- und Selbstentdeckung wird möglich
-Möglichkeit zur Willensausübung und Willensbildung
-Freiheit und Autonomie
-sein Recht auf Fehler wird anerkannt
Das Recht des Kindes auf den heutigen Tag
-der absolute Wert der Kindheit wird hervorgehoben
-Gleichberechtigung von Kindern und Erwachsenen in Familie und Gesellschaft
-Anerkennung altersgemäßen Bedürfnissen, Rechten und Pflichten
Das Recht des Kindes so zu sein, wie es ist
-Kinder sind bereits Menschen-Förderung der Entwicklung von Individualität und Identität
-überhöhtes „Kindheitsideal“ soll abgeschafft werden- das Kind hat ein Recht darauf, nicht perfekt sein zu müssen
-freie Entfaltungsmöglichkeiten, aber im Hinblick auf soziale Möglichkeiten, Bedingungen, Ansprüche
-Recht auf eigene Ziele, Positionen, Meinung
-außerdem (4.): Das Recht auf demokratische Institutionen für das Gemeinschaftsleben wie Parlament, Privateigentum, öffentliche Meinungsäußerungen etc.
„Pädagogik der Liebe“
1.Sehende Liebesbeweis
-Korczak wollte so gut wie möglich auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder eingehen, ohne besitzergreifend und erdrückend zu werden und ihnen so zu schaden
2.Liebe ohne Erwartung von Gegenliebe
-kümmerte sich vor allem um die „schwierigen Fälle“
3.Hoffende Liebe
-gab kein Kind auf und glaubte immer an die positive Veränderung schwer erziehbarer Kinder
4.Illusionslose Liebesbeweis
-verlor die im Kind liegenden Grenzen und die Grenzen der pädagogischen Einflussnahme nie aus den Augen > keine Hoffnungslosigkeit, Selbstüberschätzung und pädagogischer Perfektionismus beim Erzieherischen
5.Nähe zum Kind
-viel Körperkontakt zu den Kindern > Vertrauen
6.Treue und Hingabe
-blieb bis zum Ende bei den Kindern
7.Zulassen der eigenen Kindlichkeit
-konnte immer wie ein Kind denken, fühlen und handeln > große emotionale Nähe
8.Verstehen und Verzeihen
-Erzieher muss sich in das Kind hineinversetzen und an eine positive Entwicklung glauben können
9.Konsequenzen zeigen
-auch Orientierung bei der Regulierung des eigenen Verhaltens geben; Grenzen setzen, aber keine Bestrafung anwenden
Umsetzung seiner Theorie in den Waisenhäusern:
- er entwickelt einzelne Institutionen innerhalb des Waisenhauses:
Gemeinschaftsdienst: jedes Kind hat eine wechselnde Aufgabe in der Gemeinschaft, für Korczak spielt es eine große Rolle, dass es keinen Unterschied zwischen „Kopfarbeiter“ und „Handarbeiter“ gibt, da jede Arbeit gleich viel wert ist
Schriftlicher Gedankenaustausch:
- Kinder sollen ihre eigenen Ausdrucksmittel finden
- in der Zeitung, durch schriftliche Mitteilungen an die Mitarbeiter des Waisenhauses und in Tagebüchern an ihre Betreuer (ältere Schüler, die eine Patenschaft für die neuen, jüngeren Schüler übernehmen, 1:1 Betreuung), bekommen die Kinder die Möglichkeit sich auszudrücken
- Korczak fördert somit, dass jedes Kind das gleiche Recht auf Gedankenaustausch hat und es durch Intrigen nicht zur Behinderung seiner Idee von der richtigen Erziehung kommt
- stilistische Verbesserungen durch Erwachsene sind verboten
- die Gemeinschaft bestimmt, welchen Status der Einzelne hat
schriftliche Abstimmung, damit den Erziehern nichts vorgespielt wird
Gemeinschaftsgericht:
- von Kindern gewählte Richter urteilen über Vergehen gegen die Gemeinschaftsordnung und setzten Strafe fest
- demokratische Verhaltensweisen dienen dazu, um das Recht jedes Einzelnen in der Gemeinschaft zu schützen
- durch das jeweilige Amt des Richters und Angeklagten, entwickelten Kinder und Erzieher Sensibilität für die Missachtung und das Bewusstsein der eigenen Würde
Strafe basiert auf den „Paragraphen des Verzeihens“
- auch die Erzieher haben die Möglichkeiten für die schriftliche Ausdrucksform in z.B. Tagebüchern und werden von den Kindern verurteilt, bzw. bestraft
- jeder hat die Möglichkeit, sich für ein Vergehen öffentlich zu rechtfertigen und zu entschuldigen, mittels der Wandzeitungen u.Ä.
Kritik:
- stellt keine vollständige, systematisch vorgehende Erziehungstheorie auf
-> Seine Pädagogik ist mehr ein Appell an Erwachsene, ihre Haltung dem Kind gegenüber zu überprüfen und sich selbst zu ändern
- „Erziehung als Dialog- richtiges Handeln kann nur direkt in der Erziehungspraxis beantwortet werden, d.h. das Handeln ist den Beteiligten überlassen (praxisorientierte Sicht)
- Das Dialogverständnis resultiert u.a. aus der historischen Situation (Ablehnung des wissenschaftlichen und poltitischen Verfügungsinteresses am Menschen) -> es besteht eine biografische Verknüpfung
- Gewichtung des schriftl. Ausdrückens „Schreibmanie“
- Verdacht: K. projiziert Lust am Schreiben auf die Kinder
- wird bei seiner Erziehung im Waisenhaus zu wenig der objektiven Wirklichkeit gerecht, es gelingt ihm nicht die Realität im richtigen Verhältnis zu vermitteln
-> Gefahr: Kinder sind zu wenig auf das gesellschaftliche Leben vorbereitet Waisenhaus stellt mehr eine Oase dar <-> schwierig bei Konfrontationen im wirkl. Leben
- seine Vorstellung von Erziehung ist eine Utopie -> friedfertige, klassenlose Gesellschaft
Von Lydia Klump, Julia Rump und Jenny Schupp
Janusz Korczak
- geb: 1878 in Warschau
- richtiger Name: Henryk Goldsmit
- jüdischer Sohn eines Rechtsanwaltes
- studierte Medizin und praktizierte bis 1911 als Arzt im Kinderkrankenhaus und Militär
- verfasste Kinderbücher und Satiren über die Welt der Erwachsenen, arbeitete zudem beim Rundfunk, leitete eine Versuchsschule und ist Herausgeber einer Kinderzeitung
- änderte den Stellenwert des Kindes zum Subjekt
Entwicklung seines pädagogischen Konzeptes:
- sammelt erste pädagogische Erfahrungen in „Sommerkolonien“
- gibt seine Doppelkarriere auf und nimmt sich Armenvierteln in Warschau an
- 1912 gründet er Waisenhaus „Dom Sierot“ für ca. 100 Kinder
er entwickelt seine „Pädagogik der Achtung“, zusammen mit Stefania Wilczynska
Utopie von einer friedfertigen, klassenlosen Gesellschaft
er realisiert seine Vorstellungen von einer demokratischen Kinderrepublik
- 1919 leitet er ein zweites Waisenhaus „Nasz Dom“ („Unser Haus“)
- Oktober 1940: Zwangsverlegung der Waisenhäuser in ein Warschauer Ghetto durch die Nationalsozialisten
- 1942: alle Kinder und Mitarbeiter der Waisenhäuser, mitsamt Janusz Korczak, werden in dem Vernichtungslager „ Treblinka“ umgebracht
Wichtige Werke:
1914/ 1918 „Wie man ein Kind lieben soll“
1919 „ König Hänschen I.“
1928/ 1931 „Das Recht des Kindes auf Achtung“
„Pädagogik der Achtung“
Das Recht des Kindes auf Achtung
• Korczak sieht Achtung als einen wechselseitigen Prozess an: Wenn Eltern ihr Kind achten und respektieren, übernimmt das Kind, auch andere Menschen zu achten
1.Das Recht des Kindes auf seinen Tod
- man muss Kind leben lassen
-seine Selbständigkeit und Selbstbestimmung muss gefördert werden
-Erfahrungsmöglichkeiten
-eigene Welt- und Selbstentdeckung wird möglich
-Möglichkeit zur Willensausübung und Willensbildung
-Freiheit und Autonomie
-sein Recht auf Fehler wird anerkannt
Das Recht des Kindes auf den heutigen Tag
-der absolute Wert der Kindheit wird hervorgehoben
-Gleichberechtigung von Kindern und Erwachsenen in Familie und Gesellschaft
-Anerkennung altersgemäßen Bedürfnissen, Rechten und Pflichten
Das Recht des Kindes so zu sein, wie es ist
-Kinder sind bereits Menschen-Förderung der Entwicklung von Individualität und Identität
-überhöhtes „Kindheitsideal“ soll abgeschafft werden- das Kind hat ein Recht darauf, nicht perfekt sein zu müssen
-freie Entfaltungsmöglichkeiten, aber im Hinblick auf soziale Möglichkeiten, Bedingungen, Ansprüche
-Recht auf eigene Ziele, Positionen, Meinung
-außerdem (4.): Das Recht auf demokratische Institutionen für das Gemeinschaftsleben wie Parlament, Privateigentum, öffentliche Meinungsäußerungen etc.
„Pädagogik der Liebe“
1.Sehende Liebesbeweis
-Korczak wollte so gut wie möglich auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder eingehen, ohne besitzergreifend und erdrückend zu werden und ihnen so zu schaden
2.Liebe ohne Erwartung von Gegenliebe
-kümmerte sich vor allem um die „schwierigen Fälle“
3.Hoffende Liebe
-gab kein Kind auf und glaubte immer an die positive Veränderung schwer erziehbarer Kinder
4.Illusionslose Liebesbeweis
-verlor die im Kind liegenden Grenzen und die Grenzen der pädagogischen Einflussnahme nie aus den Augen > keine Hoffnungslosigkeit, Selbstüberschätzung und pädagogischer Perfektionismus beim Erzieherischen
5.Nähe zum Kind
-viel Körperkontakt zu den Kindern > Vertrauen
6.Treue und Hingabe
-blieb bis zum Ende bei den Kindern
7.Zulassen der eigenen Kindlichkeit
-konnte immer wie ein Kind denken, fühlen und handeln > große emotionale Nähe
8.Verstehen und Verzeihen
-Erzieher muss sich in das Kind hineinversetzen und an eine positive Entwicklung glauben können
9.Konsequenzen zeigen
-auch Orientierung bei der Regulierung des eigenen Verhaltens geben; Grenzen setzen, aber keine Bestrafung anwenden
Umsetzung seiner Theorie in den Waisenhäusern:
- er entwickelt einzelne Institutionen innerhalb des Waisenhauses:
Gemeinschaftsdienst: jedes Kind hat eine wechselnde Aufgabe in der Gemeinschaft, für Korczak spielt es eine große Rolle, dass es keinen Unterschied zwischen „Kopfarbeiter“ und „Handarbeiter“ gibt, da jede Arbeit gleich viel wert ist
Schriftlicher Gedankenaustausch:
- Kinder sollen ihre eigenen Ausdrucksmittel finden
- in der Zeitung, durch schriftliche Mitteilungen an die Mitarbeiter des Waisenhauses und in Tagebüchern an ihre Betreuer (ältere Schüler, die eine Patenschaft für die neuen, jüngeren Schüler übernehmen, 1:1 Betreuung), bekommen die Kinder die Möglichkeit sich auszudrücken
- Korczak fördert somit, dass jedes Kind das gleiche Recht auf Gedankenaustausch hat und es durch Intrigen nicht zur Behinderung seiner Idee von der richtigen Erziehung kommt
- stilistische Verbesserungen durch Erwachsene sind verboten
- die Gemeinschaft bestimmt, welchen Status der Einzelne hat
schriftliche Abstimmung, damit den Erziehern nichts vorgespielt wird
Gemeinschaftsgericht:
- von Kindern gewählte Richter urteilen über Vergehen gegen die Gemeinschaftsordnung und setzten Strafe fest
- demokratische Verhaltensweisen dienen dazu, um das Recht jedes Einzelnen in der Gemeinschaft zu schützen
- durch das jeweilige Amt des Richters und Angeklagten, entwickelten Kinder und Erzieher Sensibilität für die Missachtung und das Bewusstsein der eigenen Würde
Strafe basiert auf den „Paragraphen des Verzeihens“
- auch die Erzieher haben die Möglichkeiten für die schriftliche Ausdrucksform in z.B. Tagebüchern und werden von den Kindern verurteilt, bzw. bestraft
- jeder hat die Möglichkeit, sich für ein Vergehen öffentlich zu rechtfertigen und zu entschuldigen, mittels der Wandzeitungen u.Ä.
Kritik:
- stellt keine vollständige, systematisch vorgehende Erziehungstheorie auf
-> Seine Pädagogik ist mehr ein Appell an Erwachsene, ihre Haltung dem Kind gegenüber zu überprüfen und sich selbst zu ändern
- „Erziehung als Dialog- richtiges Handeln kann nur direkt in der Erziehungspraxis beantwortet werden, d.h. das Handeln ist den Beteiligten überlassen (praxisorientierte Sicht)
- Das Dialogverständnis resultiert u.a. aus der historischen Situation (Ablehnung des wissenschaftlichen und poltitischen Verfügungsinteresses am Menschen) -> es besteht eine biografische Verknüpfung
- Gewichtung des schriftl. Ausdrückens „Schreibmanie“
- Verdacht: K. projiziert Lust am Schreiben auf die Kinder
- wird bei seiner Erziehung im Waisenhaus zu wenig der objektiven Wirklichkeit gerecht, es gelingt ihm nicht die Realität im richtigen Verhältnis zu vermitteln
-> Gefahr: Kinder sind zu wenig auf das gesellschaftliche Leben vorbereitet Waisenhaus stellt mehr eine Oase dar <-> schwierig bei Konfrontationen im wirkl. Leben
- seine Vorstellung von Erziehung ist eine Utopie -> friedfertige, klassenlose Gesellschaft
Von Lydia Klump, Julia Rump und Jenny Schupp
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